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Bevor die Hubers den Grundstein für die lange Familientradition als Wirtsleute legten, waren Jakob und Therese für ihr gutes Brot, die knusprigen Semmeln und die reschen Brezen bekannt. Nachdem die Bäckerei bei einem Brand völlig zerstört worden war, übernahm das Ehepaar die gegenüberliegende Wirtschaft in der Erdinger Straße. Sohn Jakob und seine Ehefrau Babette führten den „Neuwirt“ später weiter – und durch schwere Zeiten. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Saal, den sie im ersten Stock ausgebaut hatten, beschlagnahmt und zur Kaserne umfunktioniert. Unterkriegen ließen sich die Hubers trotzdem nicht und nach den entbehrungsreichen Jahren schmeckte den Gästen das bekanntermaßen gute Essen der Huber Babette gleich noch viel besser.

Gasthof Neuwirt mit Tradition
Gasthof und Metzgerei mit langer Tradition

Ein weiterer Schicksalsschlag kam von oben: Am 27. August 1963 schlugen tennisballgroße Hagelkörner durchs Dach, danach setzte der Regen den Festsaal unter Wasser. Fast hätte das Unwetter die Hochzeit vom Gmahl Johann und der Boarisch Anni im wahrsten Sinne des Wortes verhagelt, aber ganz so schnell gab man damals nicht klein bei. Als die Gäste zuhause nachgesehen hatten, wo’s „nass neiganga is“, ging die Hochzeitsfeier im Neuwirt weiter – ganz romantisch bei Kerzenschein, weil das Gewitter das Stromnetz lahmgelegt hatte.

Neuer Metzgersladen 1972
Metzgerladen 1972

Babette und Jakob Huber hatten drei Söhne: Rudolf, Jakob und Ernst. Jakob verließ bereits im zarten Alter von 14 Jahren das Elternhaus und begann in Oberammergau eine Metzgerlehre. Viel leichter als die sprichwörtlich harten Lehrjahre war die Gesellenzeit für den Jakob auch nicht: Beim Mayr Wirt in Erding arbeitete er jeden Tag von vier Uhr früh bis fünf Uhr abends, am Samstag von sechs bis zwei. Zum Glück war man da nachts „stoamiad“, denn Jakob schlief zusammen mit elf anderen Mitarbeitern in einem Schlafsaal beim Mayr Wirt. Sein Firmpate vermittelte Jakob Huber eine Stellung im Hofbräuhaus. Als sein Vater nach kurzer schwerer Krankheit mit nur 58 Jahren verstarb, kehrte er in den elterlichen Betrieb zurück.

Metzger in Kirchheim
Wer ein echter Metzger werden will ...

Im Gasthaus Greimel in Gelting lernte der junge Jakob Huber die damals 20-jährige Rosa Niedermair kennen, die als Bedienung in der Wirtschaft arbeitete. 1964 wurde geheiratet – natürlich im Huberschen Festsaal in Kirchheim. Gemeinsam packten die Hubers an und richtete in einem Anbau der Wirtschaft einen kleinen Metzgerladen ein. Rosa hatte vor der Heirat acht Monate lang in einer Metzgerei in Garching mitgearbeitet und wusste daher genau, was zu tun ist. 1967 legte Jakob Huber die Meisterprüfung als Metzger ab. Er schlachtete und machte die Wurst, seine Mutter Babette kochte und seine Frau Rosa bediente zuerst in der Metzgerei und abends in der Wirtschaft. 1971 übernahmen Rosa und Jakob Huber den Betrieb, den sie nach und nach modernisierten und erweiterten. Die Hubers haben zwei Kinder, Beate und Michael.

2005 übernahmen Tochter Beate Huber und ihr Lebensgefährte Herbert Ascher den Betrieb. Sie modernisierten die Metzgerei und bauten den Laden komplett um. Die nächste Generation steht schon in den Startlöchern: Luis, der jüngste Spross von Beate und Herbert, verdient sich derzeit seine Sporen als Metzger-Geselle in verschiedenen Betrieben.

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